Die Zukunft beginnt jetzt Kapitel: 5
Kapitel 5: Im Schatten des Unterrichts
Die ersten Tage in der Schule waren für ihn wie ein langsamer Nebel, der seine Gedanken und Erinnerungen umhüllte. Als er an seinem ersten Morgen ankam, war es das vertraute Gefühl von Unsicherheit und Nervosität, das ihn begleitete. Rashid schlenderte durch das knarrende Tor, das ihm den Eintritt in eine neue Realität gewährte. Die Wände waren kahl und die Luft war gesättigt von dem Geruch frisch gestrichener Farben und einem unterschwelligen Hauch von Desillusionierung. Schüler drängten sich in den Gängen, es war ein geschäftiges Treiben, das ihm fremd und zugleich einschüchternd erschien.
Als er den Klassenraum betrat, fiel sein Blick auf die klapprigen Holzbänke, die wie ein Alterszeuge in einem starren Raum standen. Die wächsernen Gesichter seiner Mitschüler waren entweder von Vorfreude auf digitale Heldentaten geprägt oder zur angstvollen Maske erstarrt, bereit, den Erwartungen der Lehrenden zu entsprechen. Rashid setzte sich an die hintere Bank, das Gefühl der Isolation umhüllte ihn wie ein dicker Pelzmantel. Sein Herz klopfte unruhig in seiner Brust, während er versuchte, den Stimmen um sich herum einen Sinn abzuringen.
Die erste Lektion von Herr Malik war wie ein Tor zu einer anderen Welt. Die Worte des Lehrers über bestimmte Glaubenssätze und die Ideologie schnitten durch die Stille des Raumes. Rashid versuchte, die Bedeutung seiner eigenen Existenz in diesem Lehrgebäude zu erfassen, wo Gehorsam und Loyalität als die höchsten Werte wie ein schimmernder Schleier über allem lagen. Während die anderen sich eifrig Notizen machten und lebhaft an den Diskussionen teilnahmen, verharrte Rashid in Stille, unfähig, die Ketten des eigenen Zweifels zu sprengen.
Mit jedem Tag schien die Kluft zwischen ihm und den anderen größer zu werden. Rashid beobachtete die leidenschaftlichen Debatten während der Pausen und die Art, wie die Schüler auf Herr Maliks Befehle reagierten, die wie Schüsse in die Luft donnerten. Ahmed, sein Klassenkamerad, sah im Lehrer eine Vaterfigur. Rashid beobachtete, wie Ahmed mit steigendem Enthusiasmus die Ideologie atmete, sie lebendig machte und sie zum Mittelpunkt jeder Diskussion erhob. Die anderen um ihn herum schienen wie marionettengestützte Darsteller zu agieren, die mit jedem Zug mehr in die Welt eintraten, die Herr Malik entworfen hatte.
Die Schulkampagne war ein ständiges Tohuwabohu aus Erwartungen und Intrigen, und Rashid war ein stiller Zuschauer in seinem eigenen Leben. Er fühlte sich oft wie ein Reisender in einem unbekannten Land, wo die Regeln und Gepflogenheiten ihm nicht verliehen wurden. Der Hof wurde zum Kriegsfeld von Idealen, und die hitzigen Gespräche hinterließen bei Rashid oft ein Gefühl der Ohnmacht. „Was ist mein Platz hier?“, fragte er sich immer wieder, während er versuchte, seinen inneren Monolog mit den crescendohaften Stimmen um ihn herum in Einklang zu bringen.
Und so zogen die Wochen ins Land, in einer fortwährenden Melodie von Fragen und Antworten, von Ideen und Illusionen. Rashid saß in der klapprigen Holzbank, ein stiller Mitläufer in einer Welt, die er nicht ganz verstand. Und während die Irrlichter um ihn herum hell strahlten, blieb sein eigener Lichtstrahl verborgen, in der Hoffnung, vielleicht eines Tages wirklich anzukommen.
Rashid fühlte sich oft so allein, crescendohaften besonders wenn er nicht das Gefühl hatte, dazuzugehören. Diese Einsamkeit war kaum auszuhalten, dachte er. Er erkannte, dass dieses Gefühl der Grund dafür war, dass Menschen alles versuchten, um ihm zu entkommen. Geld, Vergnügen, Ablenkungen – der Mensch sucht in allem nach kurzfristigen Fluchtmöglichkeiten, um die innere Leere zu vertreiben. Doch es kostete so viel Kraft, dieser Einsamkeit zu widerstehen. Nur wenige schafften es wohl, diese Einsamkeit tatsächlich auszuhalten.
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