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Trotz allem

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Es gibt Worte, die nicht aus dem Kopf kommen, sondern aus einem tieferen Ort – dort, wo das Herz noch flüstert, selbst wenn es müde ist. Manchmal erinnert uns dieses Flüstern daran, dass Stärke nicht im Festhalten liegt, sondern im Offenbleiben. Dass Mauern zwar schützen, aber auch trennen. Und dass selbst ein verletztes Herz noch Licht tragen kann. Dieses Gedicht ist ein Schritt zurück zu dieser leisen Wahrheit. Trotz allem Diese Momente, in denen man stark wirkt, gerade steht, alles im Griff hat – zumindest sieht es so aus. Man spricht von Kontrolle, von Sicherheit, davon, sich selbst zu schützen. Bloß nichts mehr an sich ranlassen, bloß nicht nochmal fallen. Und irgendwie macht das ja auch Sinn, weil es wehgetan hat, weil man gelernt hat, dass Offenheit manchmal trifft. So wird man härter, klarer, unnahbarer vielleicht, als könnte man das Leben sortieren, wenn man sich selbst nur fest genug hält. Aber ganz ehrlich? Das Leben lässt sich nicht halten, nicht planen, nicht festzu...

Über den Krieg

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Dieses Gedicht ist aus einem einfachen, aber drängenden Gedanken entstanden: Wir leben in einer Zeit, in der Kriege wieder allgegenwärtig sind. Ich wollte Worte finden, die nicht nur den äußeren Krieg zeigen, sondern auch den inneren – die Muster, die uns trennen, obwohl wir uns im Kern so ähnlich sind. Das Gedicht ist mein Versuch, einen anderen Blick zu öffnen: weg von Schuld und Sieg, hin zu Bewusstsein, Verbindung und Verantwortung. Über Krieg Durch die Tür könnten wir schreiten, wenn wir es nur wollten. Sie steht offen seit Anbeginn, und doch marschieren wir daran vorbei. Denn ich bin du und du bist ich – getrennt nur durch die Schatten unserer Gedanken. Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich nur in den alten Mustern des Egos, das immer wieder Sieger sucht. Wir lassen den anderen selten sein, wie er ist. Wir kleiden ihn in Angst und Verdacht, in Bilder, die wir selbst gemalt haben. Und dann erhebt sich die alte Frage der Menschheit: Was tun bei Gewalt? Wie Jesus von ...

Zwei Arten von Elend

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  Die einen frieren für die Quote, die anderen frieren für immer. Inszeniertes Elend macht Stars. Reales Elend bleibt unsichtbar.

Über das ,,Ich‘‘

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  Das Ich ist kein Ursprung. Es ist eine Form, geformt von Händen, die wir nicht sehen: Erziehung, Erinnerung, Schmerz, Sprache. Ein Knoten im Strom, der glaubt, er sei das Wasser. Es passt sich dem Körper an, lernt seine Grenzen, seine Angst, sein Verlangen. Es sagt „ich“, weil es sonst verloren ginge. Doch das „Ich“ ist Werkzeug, nicht Wahrheit. Informationen wandern frei. Sie kennen keine Haut, keinen Namen, kein Alter. Sie sind wie Licht: nicht Besitz, nur Durchgang. Was die Wirklichkeit wirklich ist, bleibt uns meist verhüllt. Wir sehen Schatten auf den Innenwänden des Wahrnehmens und nennen sie Welt. Nicht weil wir lügen, sondern weil unsere Augen endlich sind. Die Mystiker wussten das. Darum sagten sie: Alles ist eins. Nicht als Trost, sondern als nüchterne Einsicht. Die Zweiheit entsteht erst später. Ich und Du. Innen und Außen. Geist und Materie. Wellen, die vergessen haben, dass sie Meer sind. Das Eine zerfällt nicht in Vielheit – es spi...