Wenn Denken Wurzeln schlägt – die Gedanken von Hannah Arendt, von einem Baum erzählt
Arendt im Wald
Ich bin ein Baum. Ich sehe Menschen kommen und gehen. Manche bleiben kurz stehen. Manche werden still. Dieser Text ist für solche Momente. Und für einen Gedanken von Hannah Arendt, der wie ein Windhauch durch die Jahre geht.
Ich stehe einfach da und spüre, wenn Menschen sich selbst verlieren, weil sie ihren eigenen Gedanken ausweichen. Viele haben es eilig. Viele lenken sich ab. Wenige bleiben. Doch dort, wo jemand stehen bleibt, beginnt etwas zu wachsen.
Ich bin nicht allein. Unter der Erde bin ich verbunden. So seid ihr auch. Freiheit entsteht nicht im Rückzug, sondern dort, wo ihr euch zeigt, wo ihr miteinander sprecht, wo ihr nicht verschwindet.
Ich habe Zeiten gespürt, in denen Stille nicht Frieden war, sondern Trennung. In denen Menschen einander nicht mehr trauten. Dann braucht es jemanden, der bleibt, der hört, der nicht wegsieht.
Meine Blätter sind verschieden, und doch gehöre ich zusammen. So ist es auch bei euch. Unterschied macht lebendig. Gleichheit macht müde.
Ihr könnt funktionieren. Ihr könnt erschaffen. Oder ihr könnt da sein. Wenn ihr euch zeigt, seid ihr da. Nicht früher. Nicht später.
Manchmal ist es genug, einfach zu stehen. Einfach zu hören. Vielleicht beginnt dort schon alles.
Komm, setz dich.
Du musst nichts wissen.
Nur bleiben.
Und hören.– Rumo



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