Die Welle
Die Welle
Aus einer Tiefe ohne Namen
erhob sich das Meer und erinnerte sich.
Es formte Gesichter aus Wasser,
gewaltig wie uralte Götter,
mit vielen Häuptern,
die sich Tyrannen nannten,
Herrscher über eine Welt,
die ihnen nie gehörte.
Doch ihre Augen waren Salzwasser.
Ihre Stimmen waren Wind.
Ihre Macht war nur eine Welle,
die sich selbst für den Ozean hielt.
Unter ihnen trugen Millionen
das Meer in ihren Gesichtern.
Jeder Tropfen ein Mensch.
Jeder Mensch ein Tropfen.
Keiner war aus anderem Stoff.
Nicht der, der befiehlt.
Nicht der, der gehorcht.
Nicht der, der jubelt.
Nicht der, der schweigt.
Denn das Meer kennt keine Könige.
Es hebt empor,
was einst zurückkehren wird.
Es trägt,
was sich unsterblich glaubt.
Und wenn die Zeit ihren Atem anhält,
fallen auch die höchsten Wellen
lautlos in sich zusammen.
Am Ende bleibt nur das Wasser.
Und das Wasser erinnert sich,
dass wir niemals getrennt waren.



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