Stillstand im Licht

 Ein Mensch steht auf einer Plattform,




blickt hinaus über Wasser und Himmel.
Die Welt liegt offen vor ihm,
und doch scheint alles still.

Manchmal sitze ich schweigend
und sehe,
wie das Leben seine Härte zeigt:
wie Freude bindet,
wie Verlust brennt,
wie jedes Wesen
vom Leben eines anderen lebt.

Dann flüstert etwas in mir:

Fürchte dich nicht.

Die Natur richtet nicht.
Sie ist ein Fluss,
der alles trägt –
Licht und Schatten,
Anfang und Ende,
auch dich.

Das Ich,
das all diese Wunden spürt,
ist nur ein Knoten im Wasser,
ein Wirbel,
der glaubt,
vom Strom getrennt zu sein.

Doch wenn ich still werde,
löst sich der Knoten.
Der Wirbel wird durchsichtig.

Und ich erkenne:
Ich bin nicht das Leiden.
Nicht der Gedanke.
Nicht die Angst.

Ich bin das Bewusstsein,
das all dies wahrnimmt.

Und vielleicht
liegt genau darin
der Frieden.

Rumo sagt:
„Wenn der Blick weit wird, wird das Ich leise.“

Rumo sagt:
„Du musst nichts halten. Das Wesentliche bleibt von selbst.“

Rumo sagt:
„Stille ist kein Rückzug. Sie ist ein Raum, in dem du dich wieder findest.“

Rumo sagt:
„Das Leben drängt nicht. Nur das Denken tut das.“

Rumo sagt:
„Wenn du aufhörst zu greifen, beginnt die Welt dich zu tragen.“

Rumo sagt:
„Der Schmerz ist ein Lehrer, aber kein König.“

Rumo sagt:
„Du bist nicht verloren. Du bist nur tiefer geworden.“

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